VICI HAT FIEBER

Die schlimmste Befürchtung ist eingetreten: Vici hat hohes Fieber. Wem das Frühstücksei unseres Hotels wiedermal nicht fest genug ist, könnte es nun problemlos auf ihrer Stirn knusprig braten.

Laut Plan sollten wir am nächsten Tag frühmorgens bereits in das Flugzeug steigen und Richtung Atacamawüste zischen. Ab hier wird der Weg eigentlich erst richtig anstrengend und wir haben tatsächlich den heftigsten Abschnitt der ganzen Weltreise vor uns. Hilft nix – Planänderung! Wir stornieren den günstigen Inlandsflug und verlängern im Hotel weitere drei Nächte. Die nächsten zwei Tage sind wir knapp vorm Lagerkoller und versorgen uns mit Uber-Eats und Maisfladen von der Ecke. Wenn wir mit dieser fettreichen Diät noch länger fortfahren wird nicht nur Vici bald ihren Latina-Popo bekommen.. 

Bei dieser Gelegenheit muss ich anmerken, dass wir sehr von den Speisepreisen in Santiago überrascht waren. Obwohl der Lebensstandard hier eindeutig weit unter dem von Wien liegt, stehen die Preise den Österreichischen in nichts nach. Eine warme Mahlzeit um umgerechnet 8.-€ wird hier als günstig erachtet.

Chilenisches Essen beginnt uns zu langweilen. Nicht umsonst leisten sich wohlhabende Bürger peruanische Hausmädchen aus vorwiegend einem Grund: Sie kochen besser und ihre Speisen sind würziger, als es die geschmacksarme chilenische Kost ist.

Vici verbringt die Zeit in ihrem Wahl-Gefängnis und Clemens unternimmt immer wieder Ausflüge in benachbarte Geschäftsstraßen um uns mit dem wichtigsten zu versorgen. Wieder Einmal bestätigt sich unsere Theorie, dass es hier riesige Shoppingmalls gibt die nur auf wenige Artikel spezialisiert sind und Clemens entdeckt eine Halle in der sich mehrere hundert kleine Kleidungsstände aneinanderreihen. Konkurrenz belebt das Geschäft – den Spruch kennen anscheinend nicht nur wir.

Die Straßen und Läden sind klein, heruntergekommen und dreckig. Unzählige illegale Strassenhändler verkaufen alles Mögliche auf ihren Leintüchern, die sie in sekundenschnelle zusammengepackt haben wenn sie vor der Polizei flüchten müssen. Und ein paar Tage später staunen wir nicht schlecht, als uns in einer Seitengasse einige Damen Fleischspiese anbieten, welche sie auf ihren Einkaufswägen braten – wir lehnen dankend ab.

Es ist bemerkenswert welche Menschenmassen sich durch die kleinen Gehsteige schieben. Man merkt sofort, dass diese Stadt über 5 millionen Einwohner hat und durch die Unmengen an Berufspendlern aus allen Nähten platzt. Die Metro fährt im Minutentakt und trotzdem ist es kaum möglich in den überfüllten Wagons einen Stehplatz zu ergattern. Die Stadt lebt und pulsiert wie wir es uns nur vorstellen können.

Nach 4 Tagen im Hotelzimmer fühlt sich Vici wieder fit und wir sind schon gierig darauf unsere nächste Etappe in Angriff zu nehmen:

Wir brechen auf Richtung Atacama Wüste.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s