DIE ATACAMA WÜSTE

13. September:

Wir haben zwei weitere Touren gebucht, welche uns die einzigartige Natur Atacamas noch genauer vor Augen führen sollen.

San Pedro de Atacama liegt als Tal umgeben von riesigen, inaktiven Vulkanen. Durch das harte Gestein versickert das Wasser nicht und das Bisschen Niederschlag fliesst von weit her im Tal zusammen und erzeugt so eine Oase, in der sich der kleine Ort San Pedro entwickelt hat.

Das Panorama ist unvorstellbar schön. Es sind 5 der rund 56 Vulkane vom Ort aus sichtbar und wir können es kaum erwarten mit dem Bus noch höher ins Gebirge zu fahren.

Aber zuerst machen wir einen Ausflug ins Valle de la Luna – einem Naturschutzgebiet das aus riesigen Sanddünen und weiten Ebenen aus Gips- und Gesteinsformationen besteht, die sich über Äonen gebildet haben.

Den Abschluss des Ausflugs bildet ein malerischer Sonnenuntergang, den wir mit anderen Touristen von einem Plateau aus bewundern. Von dort aus sehen wir auch in die schier endlosen Weiten der Atacamawüste. Es ist schwer abzuschätzen wie weit entfernt einige Gebirgszüge tatsächlich sind, aber es ist klar, dass wir noch nie so weite Distanzen überblickt haben. Sowas gibts normalerweise nur im Film!

Am nächsten Morgen müssen wir schon um 4 Uhr aus den Federn. Zum Glück war die erste Nacht die Kälteste und wenn wir jetzt aufwachen, dann weil uns Haube und Socken zu heiß geworden sind.

Wir packen die vorbereiteten Avocado Brötchen ein und werden von einem Kleinbus abgeholt – es geht ab ins Gebirge.

Unsere angezogenene Kleidung setzt sich wie folgt zusammen:

Unterleiberl, T-Shirt, 3 Paar Socken, 2 Hosen, dünnere Jacke, dicker Pulli, dicke Jacke und darüber noch der Poncho. Wir fahren zu Geysiren auf ca 4700 Metern und es soll bis -20 Grad kalt werden. 

Wir sind an dem kältesten Punkt unserer Reise angekommen und haben kein Kleidungsstück zu viel an. Bei unserer Ankunft hat es ca -7 Grad und der Guide freut sich, dass es heute so warm ist. Wir freuen uns so gut auf die Bedingungen vorbereitet zu sein und genießen die Natur.

Geysire versprühen kochend heißes Wasser und erzeugen mit der Morgendämmerung eine atemberaubende Stimmung – diese tollen Fotoaufnahmen zu kurrieren wird eine Aufgabe für sich.

Am zweiten Stopp fließen ein paar heiße Ströme in künstlich angelegte Swimmingpools und Clemens lässt es sich nicht nehmen diese einmalige Gelegenheit zu nutzen. Wärend draußen Glühweinstimmung herrscht so badet man in dem Teich genüßlich bei 40 Grad.. oder das wurde zumindest versprochen. Tatsächlich war die Erfahrung eine andere. Das Wasser war eiskalt und nur in zwei kleinen Bereichen floß vom Erdinneren erhitztes Wasser in das Becken und man wurde hin und wieder von einer kochend heißen Strömung vor dem Erfrieren verschont – irgendwie tortzdem geil!

Wir fahren weiter durch die wunderschönen Gebirgszüge und bekommen so einige einheimische Tiere zu sehen. Wilde Lamas stapfen durch das Grasland, Hasen verstecken sich in steilen Geröllhalden und Flamingos flattern fröhlich in Formation um uns herum. Bei all dieser Schönheit bleibt uns der Mund sprichwörtlich weit offen stehen und wir würden gerne noch mehr Zeit im Gebirge verbringen.

Bei der Heimfahrt werden uns die zuerst schwer einschätzbaren Distanzen greifbar gemacht. Die Route führt über eine geringe Steigung direkt ins Tal und für eine Distanz, die für das bloße Auge genuso gut 10 KM sein hätte können, brauchen wir über eine Stunde Fahrzeit.

San Pedro de Atacama wird definitiv ein Highlight unserer Reise, so viel steht fest. Kurz überlegen wir doch noch zu verlängern, aber der Blick in die Geldbörse versichert uns: The show must go on.. und zwar somewhere else.

Unsere Tipps für eure Reise:

> Unser Touranbieter für die zwei Ausflüge war El Tocanor (zu finden zu Beginn der Straße Caracoles in San Pedro) und haben eine gute Erfahrung damit gemacht. Die Guides können zumindest etwas Englisch und haben viel Wissen über die Sehenswürdigkeiten.

> Die vorgesetzten Mahlzeiten waren ausnahmslos sehr gut und ordentliche Portionen.

> Unbedingt genügend warme Kleidung mitnehmen – es wird sehr kalt!

> Um der Höhenkrankheit vorzubeugen (man hat Kopfschmerzen wie nach einer durchzechten Nacht) am besten am Abend davor und frühmorgens vor den Ausflügen Chachacoma-Tee trinken. Dazu passt zusätzlich auch Coca-Tee und das Kauen (nicht Schlucken!) von Coca-Blättern. Außerdem solltet ihr am Tag vor eurer Reise auf Alkohol und rotes Fleisch verzichten.

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Annett sagt:

    Richtig cooler Bericht! Super Fotos und echt gut geschrieben! Freu mich sehr auf neue, spannende Reise-Updates!

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    1. shinytrip sagt:

      Wir freuen uns sehr über deinen lieben Kommentar und dass du uns so aufmerksam verfolgst! Bussi aus der Salzwüste

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  2. christiane sagt:

    Ich finde alle Berichte supertoll weiter so. Freue mich schon, mehr von Dir zu lesen.

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  3. Helga sagt:

    Euren Reisebericht zu lesen macht wirklich Spaß! („ Ausdruck sehr gut ! Setzen! „ ). Wer macht die Fotos von euch beiden? Seid lustig anzuschaun in eurer neuen Tracht 😁…Auf die nächsten Highlights sind wir schon gespannt! (Wenn das Meerschweinchen auf eure Teller hüpft 😋😂!)Bussi und gute Weiterreise !Mapa

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