AUFBRUCH IN DIE PAMPAS DES AMAZONAS

25.09.19

Da wir von Bolivien einfach nicht genug bekommen, geht es für uns nun weiter in die Pampas im Amazonas. Wer sich nun fragt was die Pampas denn eigentlich ist, findet hier die Antwort: Pampas ist eine mit Flüssen durchzogene Ebene im Amazonas. Hier warten tausende von Tieren und tropischer Wald auf seine Besucher. Im Gegensatz zum Regenwald gibt es hier keine Hügel und Berge, die vollständig mit Wäldern überzogen sind. Dadurch ist es leichter und wahrscheinlicher Tierbegegnungen zu haben (und nicht zuletzt gibt es weniger tellergroße Insekten auf die wir aufpassen müssen).

Bevor wir aber das nächste Abenteuer starten können, wartet auf uns die schwere Entscheidung der Anreise in das Amazonas Gebiet. Lang und spottbillig….. oder kurz und a*sch teuer. Es stehen uns folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. 18-24 STUNDEN Busreise über die berüchtigte „Death Road“ in La Paz bis nach Rurrenabaque (das Tor zu Boliviens Dschungel und dem Madini Nationalpark) für gerade einmal 15,- € , ODER
  2. 45 MINUTEN gemütlicher Flug von La Paz nach Rurrenabaque für 170,-€ hin und retour

Nachdem wir unsere Rezeptionistin in unserem Hostal nach dem Busbahnhof Richtung Rurrenabaque fragen, zeigt sie uns ausführlichst und freundlich den Weg dorthin. Ein paar Sekunden später fängt sie allerdings laut an zu lachen und hält uns für völlig verrückt, dass wir eine derart lange, holprige und gefährliche Bus Reise auf uns nehmen wollen – „Crazy Tourists“.

Haha na gut, sie hat uns „überzeugt“. Augen zu und Kreditkarte durch. Wir entscheiden uns für den Flug und nehmen somit den entspannten und gemütlichen Weg auf uns. Raus aus dem kalten, trockenen La Paz und rein in das tropisch heiße und schwüle Rurrenabaque.

Am Flughafen angekommen, dauert es keine 5 Minuten bis wir eingecheckt und unser Gepäck aufgegeben haben. Die Passagierkontrollen die wir sonst von internationalen-, als auch europäischen Flughäfen kennen, erweisen sich weniger als Kontrollen mehr als ein: „Danke, dass Sie unsere Fluglinie gewählt haben“. Von Gepäck durchleuchten und Bodycheck keine Spur. Zu Beginn finden wir es noch lustig, doch einmal darüber nachgedacht ist es doch eigentlich ziemlich beängstigend.

Weiter geht es in unsere 20 Mann Propellermaschine in welcher wir den ersten Platz mit viel Beinfreiheit einnehmen durften. Juhu, wir freuen uns über diesen Luxus. Einmal aus dem Fenster gesehen wird uns schnell klar, dass Beten wohl die beste Option ist um diesen Flug gut zu überstehen  – wie es uns von unserer Flugbegleiterin vorgemacht wurde. 

Etwas wackelig, jedoch mit toller Aussicht auf den Amazonas Regenwald, landen wir 45 Minuten später auf einer Art Landebahn die sich mitten im Amazonasgebiet auftut. Flughafen? Gate? Gibt es hier nicht. Nachdem wir 30 Minuten neben dem Flugzeug auf unser Gepäck warten, bemerken wir scherzhaft, dass dieses einfach nicht mitgeliefert wurde. Hahahaha… Ok, anscheinend bleibt es nicht beim Scherz. Zu lachen ist uns jetzt nicht mehr zu mute. Zumindest dürfen wir unser Gepäck noch vor unserer morgigen Pampas Tour am Flughafen abholen, da dieses mit einem Tag Verzögerung in einem anderen Flugzeug mitgeliefert wird.

Neuer Tag, neues Abenteuer. 

Tag 1:

Wir haben uns für den Touranbieter „Dolphins Travel“ entschieden, da dieser auch wie bei unseren anderen Touren zuvor die beste Bewertung auf Tripadvisor hat. 

Unser Tourguide „Nivardo“ ist für die nächsten 3 Tage im wahrsten Sinne des Wortes unser persönlicher Tarzan und wird uns zusammen mit einem 70 jährigen Pärchen aus Litauen quer durch die Pampas führen. Nirvado ist eine faszinierende Person. Er bezeichnet sich selbst als „Jungleboy“ und falls seine Erzählungen der Warheit entsprechen (Er hat sie desöfteren mit Fotos bewiesen, deshalb zweifeln wir nicht daran), dann kann man ihn wohl am besten mit Mogli aus dem Jungelbuch vergleihen: Er ist im Bolivianischen Regenwald aufgewachen, sein kleines Dorf war 18 Stunden Fußweg vom nächsten Ort entfernt, er isst am liebsten Affenhirn und er hatte einen kleinen Jaguar als Haustier, bis dieser zu groß und aggressiv wurde – ziemlich verrückt oder?

Tourenanbieter werben regelmäßig Jungen aus dem Urwald für ihr Gewerbe an, da diese über viel Know-How und gute Geschichten verfügen und wie wir bestätigen können, wissen das Touristen sehr zu schätzen.

Die Reise beginnt mit einer 3 Stündigen Autofahrt auf einer nicht existenten Straße Richtung River Yacuma, der Fluss auf welchem wir unser Abenteuer in den Pampas fortsetzen. Wir laden unser Gepäck vom Auto in ein 5 meter langes und 80 cm breites Boot und machen uns auf in unsere erste Unterkunft inmitten des Amazonasgebiets umgeben von Bäumen, noch mehr Bäumen und noch mehr Bäumen. Während unserer 3 Stündigen Bootstour erleben wir die Artenvielfalt und die wunderschöne Natur am eigenen Leib. Wir können es kaum glauben wie viele unzählige Kaimane und Capybara uns entgegen schwimmen. Ungelogen sind es wahrscheinlich mehr als 500 Kaimane und geschätzt 200 Capybaras an denen wir vorbei zischen.

Kaimane sind übrigends eine Unterfamilie der Alligatoren und kommen ausschließlich in Südamerika vor. Capybara, oder auch Wasserschwein genannt, ist eine Säugetierart aus der Familie der Meerschweinchen. Sie werden auch als die größten Nagetiere der Welt genannt (schmecken aber angeblich scheuslich).

Zu ihrem Leid, jedoch zu unserem großen Staunen, konnten wir beobachten, wie eine Anaconda vergeblich versucht aus dem Maul eines Kaimans zu entkommen. Gegen das gierige Schlingen des Kaimans wehrt sie sich allerdings vergeblich.

Kurz bevor wir in unserer Dschungel Lodge angekommen, begrüßt uns eine Herde kleiner, süßer Äffchen, die absolut keine Scheu verspüren. Vici hat sich verliebt und will am liebsten ein Äffchen Gehege in Wien eröffnen. 

Unsere idylische Lodge umgeben von zwitschernden Vögeln, kreisenden Adlern, kreischenden Affen, quaquenden Fröschen, keuchenden Kaimanen und vielen anderen Geräuschen die wir nicht zuordnen können und die uns teilweise die Nackenhaare aufstellen, ist unseren Unterkunft für die nächsten 2 Nächte. Wir fühlen uns wohl, sind jedoch happy ein riesen Moskitonetz über unserem Bett gespannt zu haben. Ungeladene Gäste sind hier keine Seltenheit!

Fortsetzung folgt…

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