EIN ZOO OHNE ZÄUNE

am

26.09.19, Tag 2:

In Österreich am Land gibt`s einen morgendlichen Weckruf vom Hahn, in der Pampas gibt’s diesen vom kreischenden Brüllaffen dessen Geschrei noch in 3km Entfernung zu hören ist. Wir finden es amüsant, so wird man schließlich nicht jeden Tag geweckt. Nach einem leckeren Frühstück wartet auch schon das nächste aufregende Abenteuer auf uns.

Anakonda Searching.

Wer jetzt glaubt nicht richtig gelesen zu haben liegt falsch. Ausgerüstet mit hohen Gummistiefeln, ein extra fürs Schlangenfangen geschnitzes Beil und unserem Pampas Experten, der den Vordermann der Truppe einnimmt, machen wir uns auf die Suche nach Schlangen – Genauer gesagt nach Anakondas. Sie gilt als eine der größten Schlangen der Welt und kann eine Länge bis zu 5 Metern erreichen. Etwas mulmig ist uns schon zumute, allerdings sind wir in guten Händen und freuen uns auf eine tolle Erfahrung.

Leider wird aus dem Anaconda searching kein Anaconda finding und wir müssen trotz aller Bemühungen erfolglos in unsere Lodge zurück gekehren. Von Anakondas weit und breit keine Sicht. Lediglich meterlange, abgestreifte Schlangenhaut haben wir aufgespürt.

Unserem Guide, dem das Ergebnis des heutigen Tages garnicht gefällt, hetzt uns gleich weiter zur nächsten Aktivität: 

Piranha Fishing.

Sie kommen meist in den Süßgewässern Südamerikas vor und sind Fleischfresser. Zu unserem Glück schippern wir gerade mit einem kleinen wackeligen Boot mittem im Süßwassergebiet Boliviens herum. Der perfekte Platz um Piranhas zu fischen.

Unsere Köder sind kleine Fleischstückchen die wir auf eine selbstgebastelte Angel mit einem spitzen Haken befestigen. Nun heißt es Geduldig sein und abwarten. Wärend die Vögel zwitschern, um uns Kaimane darauf warten ein Capybara auf ihren Mittagsteller verspeisen zu können, warten wir darauf einen Piranha auf unsere Angel zu bekommen. Nach mehrmaligen Versuchen klappt es nun endlich. Wir fangen gleich 3 unterschiedliche Piranha Arten und sind erstaunt über die unwarscheinlich spitzen Zähne der Tiere. Nachdem wir extremes Mittleid mit den Tieren haben, da wir hauptsächlich winzige Babyfische aus dem Wasser ziehen (bei 500 Kaimanen werden die Tierchen einfach nicht viel älter), hat sich unser Guide dazu erbarmt die Tiere unversehrt wieder in den Fluss zu lassen. Wir sind glücklich über diese Entscheidung und lassen den Abend bei einem gemütlichen Zusammensitzen und spannenden Geschichten aus dem Dschungel mit unserem Tourguide ausklingen.

Tag 3: 

Am letzten Tag unserer Pampas Tour warten bereits Süßwasserdefline darauf mit uns schwimmen zu gehen. Mitten im Fluss Yacuma gibt es ein kleines Plätzchen wo sich nur Süßwasserdelfine aufhalten und selbst Kaimane oder Piranhas deren Gebiet nicht betreten. So lautet zumindest die Erklärung von unserem Guide der uns anbietet für die nächsten 2 Stunden mit den Deflinen baden zu gehen. 

Das Wasser ist sehr trüb und wir können uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass genau an diesem kleinen Fleck des Flusses keine bösartigen Kaimane, oder Piranhas auf uns warten. Unsere zwei 70 jährigen, verrückten Pampas Kompanen zögern keinen Augenblick und stürtzen sich bei der ersten Gelegenheit ins Wasser, dicht gefolgt von uns. Etwas scheu aber doch sichtbar, schwimmen die Delfine mit einem großen Abstand um uns herum und freuen sich über menschlichen Besuch. Wir sind fasziniert und freuen uns dieses Ereignis gemeinsam zu erleben.

Nach einem spielerischen Bad mit den Deflinen, ist die Reise für uns auch schon wieder zu Ende. Wir fahren den Fluss mit einem Affentempo entlang und haben noch das Glück einen Nasenbären in einem Baum zu erspähen. Am Ende des Flusses wartet unser Jeepfahrer bereits auf uns, der uns 3 Stunden mit dem Auto wieder zurück nach Rurrenabaque kutschiert. 

3 Stunden wären schön und gut gewesen, hätte die Kühlflüssigkeit des Autos nur kein Leck gehabt. Wir haben eine Autopanne auf einer 500 km langen Autobahnbaustelle – hier gibt es weit und breit nichts als Staub, dreck und Baufahrzeuge. „Pannendienst“ und „Werkstatt“ sind hier Fremdwörter. 3 Stunden später und mit haluzinierenden Gedanken durch die pralle Sonne, erreicht uns das Ersatzfahrzeug, welches uns schlussendlich nach Rurrenabaque bringt. 

Unser Pampas Abenteuer ist somit zu Ende und unsere kleine Propellermaschine wartet bereits darauf uns zurück nach La Paz zu bringen. 

Unsere Tipps für eure Reise: 

  • Bucht einen Flug von La Paz nach Rurrenabque bereits im Voraus sodass der Flug noch leistbar ist. Selbst der wackelige Flug war für uns die beste Entscheidung da dieser nur 45 Minuten dauert und keine 18-24 Stunden! 
  • Tour Agency: Dolphins Travel / Tour Guide: Nirvardo bieten professionelle Tourplanung und gute Unterhaltung.
  • Niravdo ist ein toller Guide der fließend Englisch spricht und den Dschungel wie seine Westentasche kennt.
  • Packt ausreichend Sonnenschutz (50+) und Mückenspray ein. Die Sonne als auch die Mücken sind hier im subtropischen Klima besonder aggresiv. 
  • Weite weiße Kleidung sind der beste Schutz gegen die Sonne und die Mücken.
  • Kopfbedeckung ist ein Muss

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