DIE WEIßE STADT

02.10.2019

Ciao Bolivien, Hola Peru!

Juhu, die Reise geht weiter, wir verlassen Bolivien und betreten das Land der Inka in PERU.

Wie immer reisen wir mit einem Nachtbus von Copacabana bis nach Arequipa, unserem ersten Stop in Peru. Nach 12 Stunden Busfahrt erreichen wir die weiße Stadt und beziehen unsere Unterkunft für die nächsten 5 Nächte. Hostal Nasara, ein kleines Familienunternehmen im Herzen der Stadt. Super gepflegt, tolles Wlan (gibt es in Südamerika nur seltenst!), ein gutes Frühstück und wir mitten drin. Wir fühlen uns auf Anhieb pudelwohl und freuen uns auf die Besichtigung der Stadt. Abermals entscheiden wir uns für eine „Free Walking Tour“ an unserem ersten Tag, um gleich von Beginn an einen guten Überblick zu bekommen.

Ein paar Infos zu Arequipa:

Die weiße Stadt wurde nicht wegen der zahlreichen weißen Kolonialbauten, die die Stadt zieren so benannt, sondern vielmehr weil die Stadt früher vor allem von hellhäutigen Einwanderern bevölkert war. Arequipa liegt auf 2.300 m Seehöhe und weist das gesamte Jahr über ein angenehmes und mildes Klima auf. Geprägt wird das Stadtbild von den zweien, unmittelbar nebenstehenden Vulkanen Misti (5811m) und Chachani (6074m). Der Anblick auf den hohen Vulkan lässt uns den Atem stocken wo wir auch gleich in Versuchung kommen einen 6000er zu besteigen. Nur 30 Minuten hat es gedauert um unsere Euphorie aus dem Gesicht zu wischen, als uns ein Tourguide erklärt hierfür müsse man ein geübter Bergsteiger sein. Hallo? Wir sind aus Österreich. Natürlich sind wir geübt. Nagut zumindest sind wir nicht gut genug ausgerüstet um auf 5000 m Seehöhe zu campen, die Nacht auf -20 Grad zu verbringen und danach auf Eis die restlichen 1000m zu klettern. Wir kommen also zurück – nicht aus Gründen der Übung mehr aus Gründen der Ausstattung..

Was gibt`s zu sehen in Arequipa?

Unsere „Free Walking Tour“ führt uns zu Beginn auf den Hauptplatz der Stadt, den „Plaza de Armas“. Irgendwie heißt jeder Hauptplatz in Südamerika „PLAZA DE ARMAS“. Mittlerweile ist dies auch schon der 7te Platz den wir mit dem selben Namen gesichtet haben. Später erfuhren wir, dass auf diesem Platz wichtige Hauptgebäude wie Kirchen errichtet wurden und dieser zur damaligen Zeit auch als Waffen- und Militärstützpunkt diente. 

Weiter geht es ins „MONASTERY OF SANTA CATALINA“,  ein Kloster welches im Jahr 1580 inmitten der Stadt gebaut wurde – bekannt als eine Stadt innerhalb der Stadt. Wir leisten uns eine private Führung durch den riesen Gebäudekomplex und erfahren somit den geschichtlichen Hintergrund des Klosters etwas näher. Nur Töchter (und jeweils nur die zweite Tochter) von reichen spanischen Familien durften in dieses Kloster gesandt werden. Offiziellen Zahlen zufolge lebten früher rund 450 Nonnen im Monastery of Santa Catalina.

Während früher die Nonnen komplett von der Außenwelt abgeschieden waren, gibt es heute malerische Gassen und Innenhöfe im Kloster zu besichtigen. 

Um Arequipa beziehungsweise die Geschichte der indigenen Südamerikanischen Völker noch etwas besser kennen zu lernen, besuchen wir noch das „MUMIENMUSEUM“ der berühmten Juanita. Dort wird einem die Historie der Opferung von jungen, reinen Mädchen an die heilige „Pachamama“ näher gebracht. Wer sich nun fragt wer oder was eine Pachamama ist bekommt hier eine kurze Antwort. Sie ist die Mutter Erde und verleiht den Menschen Gesundheit, Glück und Liebe und musste regelmäßig mit Opfergaben besänftigt werden. Ein absolutes Must See!

Weiter geht`s zum COLCA CANYON. Rund 3 Stunden Autofahrt trennen den Colca Canyon von Arequipa. Die Colca Schlucht wurde nach dem Fluss Colca benannt und ist mit einer Tiefe von 1.800m – 3.400m eine der tiefsten Schluchten der Welt. Während sich die 3 stündige Autofahrt für Vici als eine Höllenfahrt entpuppt, genießt Clemens die Aussicht auf die Vulkane und die Vorfreude einen Kondor zu sehen steigt immer mehr. Der Weg von Arequipa zum Colca Canyon besteht aus Serpentinen – wem beim Autofahren leicht übel wird, sollte sich definitiv einige Tabletten aus der Apotheke zum eigenen Wohlergehen besorgen. 

Ausgezeichnetes Kaktus-Eis

Nach rund 2,5 Stunden erreichen wir den höchsten Punkt unserer Fahrt auf 5.000 m Seehöhe mit einem spektakulären Bergpanorama auf die umliegenden Vulkane. Unser Glück? Wir sind doch tatsächlich zum richtigen Zeitpunkt angekommen und können einen Vulkanausbruch miterleben! Wow, so etwas sieht man definitiv nicht alle Tage.

Die restlichen 30 Minuten Autofahrt führen uns am Chivay Tal vorbei. Dort gibt es nichts weiter als einen kleinen Markt, eine Kirche und indigene Völker die versuchen mit kleinen Babylamas die Touristen zum Fotos machen anzulocken. Es ist nun 9:00 Uhr. Der richtige Zeitpunkt um dem König der Lüfte beim Auftrieb aus der Schlucht in die Höhe zuzusehen. Geduldig sitzen wir an einer Klippe die mehrere 100m in die Tiefe ragt und warten gespannt bis wir einen Kondor zusehen bekommen. Wer sagt´s denn: Gleich 7 Stück hintereinander zeigen ihre unglaubliche 3m Flügelspannbreite den geduldigen Zusehern, bis sie hoch in der Luft verschwinden. Gänsehaut Feeling.

Der Kondor – mit über 3 Meter Flügelspannweite

Nach einer Wanderung entlang des Colca Canyon geht es dann auch wieder zurück nach Arequipa. Um diesen Tag noch einen krönenden Abschluss zu verleihen, haben wir uns ein typisch peruanisches Restaurant mit guten Bewertungen gesucht um dort unseren letzten Abend zu verbringen. Was wir dort gegessen haben? Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Unsere Tipps für eure Reise:

  • Mit gutem Gewissen können wir euch unsere Unterkunft „Hostal Nasara“ empfehlen. Super Lage, schnelles Internet, einfaches, aber gutes Frühstück, saubere Zimmer und freundliche Hostal Besitzer. 
  • Um einen Überblick über die Stadt zu bekommen empfehlen wir euch eine Free Walking Tour. Man bezahlt soviel wie einem die Tour wert ist und lernt neue Leute und die Stadt kennen.
  • Einen 6000er zu besteigen! (Wir haben es leider nicht geschafft – kommen aber definitiv zurück)
  • Monastery of Santa Catalina
  • Mumie Museum
  • Colca Canyon (Wir haben uns für eine 1-Tägige Tour entschieden und waren glücklich mit dieser Entscheidung)