IM HERZEN DES INKAREICHS


20.10.2019

Ein hochauflösendes Foto – es darf gezoomt werden

Wir sind nun endlich in Cusco angekommen. Die Vorfreude auf diesen Teil der Reise war groß, schließlich haben beide Teile unserer Familie uns bereits viel davon erzählt: Einerseits hat Rodney, Vicis Schwager, seine Wurzeln in Cusco (er wurde dort geboren), andererseits hat Pia, Clemens‘ Schwester, bei ihrer Weltreise dort 2-3 Monate verbracht.

Unser erster Stop ist ein Hostel mit tollen Bewertungen. Spätestens jetzt sind wir davon überzeugt: 

Positive Bewertungen im Internet sind absolut wertlos! 

Viele der Reisenden haben offensichtlich keinerlei Ansprüche, denken über ihre Bewertung nicht nach, oder es ist ihnen einfach egal. Die ersten zwei Zimmer schimmeln, die Duschen wechseln im Sekundentakt zwischen heiß und kalt und der Wlan Empfang ist nicht existent (Wobei uns natürlich bewusst ist, dass wir bzgl. Internet in Südamerika keine Ansprüche stellen dürfen, verzögert es dennoch die Vor- und Nachbereitungen).

Wir ziehen also nach ein paar Tagen in ein Hostel das weniger zentral liegt, dafür mit dem wohl größten und bequemsten Bett ausgestattet ist, in dem wir jemals geschlafen haben – ein Traum!

Cusco liegt auf ca 3400m Höhe, hat offiziell ca. eine halbe Million Einwohner (inoffiziell wohl eher doppelt so viele) und war die zentral gelegene Hauptstadt des Inkareiches, bevor die Spanier sie im 16. Jahrhundert eroberten.

Die Stadt ist spektakulär! 

Die Altstadt Cuscos besitzt einen mittelalterlichen Charme und ist dabei total anders als wir es von Europa kennen: Cusco liegt in einem Erdbebengebiet und auch wenn uns während unserem Südamerika-Aufenthalt kein einziges Beben aufgefallen ist, so soll hier doch fast täglich der Boden wackeln. Da die Bauweise der Spanier nicht den Erdbeben standgehalten hat, haben sie die Stadt nicht bis zum Boden geschliffen, sondern sie haben ihre typisch spanischen Bauten auf die erdbebenfesten, und millimetergenau gemeißelten Mauern der Inka gesetzt. Das Resultat ist der reinste Augenschmaus und wir verstehen langsam wieso es sich hier so gut aushalten lässt – es ist einfach schön hier.

Inka Mauern – da passt kein Blatt Papier zwischen die Steine
Inka Korridore schützen vor dem Wind, sind für Fußgänger UND Autos aber schon sehr eng

Das Wetter ist… „wechselhaft“. In Cusco benötigen wir unser gesamtes Kleidungs-Arsenal. Verlässt man die Unterkunft im Tanktop und Muscleshirt, so passiert es des öfteren, dass man zwei Stunden später mit Pullover und Winterjacke dasteht um nicht zu erfrieren. So haben wir das noch nirgends erlebt! Die Regenjacke wird sowieso stündlich an-, bzw. ausgezogen und wir sind froh, uns vor der Reise perfekt für diese Situation vorbereitet zu haben.

Wir beschließen unsere Reisewut zu bändigen und nutzen Cusco für die nächsten zwei Wochen als unsere Basis für Ausflüge in die Region, allen voran die Reise zu Machu Picchu (mehr dazu im nächsten Beitrag), aber auch zu den Rainbow Mountains.

Die Rainbow Mountains sind ein Gebirgszug, der aus unterschiedlichen Gesteinsschichten besteht die sich aus der Horizontalen in die Vertikale verschoben haben. Die Schichten sind voll mit unterschiedlichen Erzen, die durch den Luftkontakt oxidieren und so in unterschiedlichen bunten Farben strahlen. Einmalig und weltbekannt reisen so tägliche hunderte Touristen an um sich vor der malerischen Kulisse in Pose zu werfen.

Ein BEISPIELFOTO des Rainbowmountain

Wir entscheiden uns dazu das Gebirge nicht von der klassischen, allseits bekannten Route anzufahren, sondern eine unbekanntere Route zu nehmen bei der man die Aussicht mit weniger Touris teilen muss.

Strahlend schönes Wetter begleitet unsere vierstündige, serpentinenreiche Busfahrt, die uns auf 5000m bringt und bei der Vici damit kämpft, das fettige Frühstück im Magen zu behalten.

20 Minuten vor der Ankunft sehen wir wie auf hohen, weit entfernten Gipfeln Schnee fällt und wie auf Knopfdruck passiert es dann unmittelbar bei unserer Ankunft:

Ein regelrechter Blizzard zieht über unsere Köpfe und wir befinden uns mitten im Schneesturm.

Es wäre halb so schlimm, hätten wir die Ski dabei. So war es allerdings nur ein langer Ausflug um einen Schneebedeckten Berg zu sehen.. Naja, Photohop sei dank kann man vielleicht doch erahnen welch toller Ausblick es gewesen wäre. Als wir wieder in den Bus steigen strahlt plötzlich wieder die Sonne – c‘est la vie!

Bei der Rückfahrt sehen wir dann die äußeren Bereiche Cuscos. Weit entfernt von der Altstadt befinden sich jene Bezirke die sehr schnell gewachsen sind und sich über weite Distanzen strecken. Hier gleicht die Stadt schon eher jenem Bild das wir von südamerikanischen Städten in unseren Köpfen haben: Einfache Häuschen ohne Fassade und eine Straßenführung wie Clemens es als Kind in seinen Legostädten nicht besser machen hätte können. Wir finden es authentisch lateinamerikanisch und so mögen wir das auch.

An einem der folgenden Tage steuern wir ein Wahrzeichen der Stadt an. Eine riesige, weiße Jesus-Statue, die mit ausgestreckten Armen in klassischer Rio-Manier über die Stadt wacht. Bei einer so schön präsentierten Sehenswürdigkeit wäre es doch schade nur einfache Fotos zu schießen? Außerdem schleppen wir die Drohne nicht zum Spaß um die ganze Welt.. Gesagt getan..

Offensichtlich sehen die Behörden den Stunt garnicht gerne und Clemes liegt 2 Meter vom geparkten Streifenwagen entfernt in einem Graben in Deckung um nicht erwischt zu werden. 

5 Minuten liegen bleiben, vorsichtig zusammenpacken, unauffällig aber effektiv hinter den nächsten Gebäuden verschwinden – uffff das war zu knapp für unseren Geschmack! Das James-Bond-Feeling hält danach ein paar Stunden an.

In den nächsten Tage entspannen wir uns, machen einen Ausflug in das angrenzende Hochland und laden unsere Batterien wieder auf. Die Reise durch Südamerika war anstrengend und es tut gut, nicht gleich zum nächsten Ort zu hetzen.

Doch die nächste Station steht bereits fest: Es geht nach Huacachina – eine Oase wie aus dem Bilderbuch, und das in der Atacamawüste.

 Aber erstmal erzählen wir euch von unserem abenteuerlichen Trip zum Machu Picchu…

Unsere Tipps für eure Reise:

  • Bei online Bewertungen eher den schlechten als den guten Bewertungen glauben schenken – hat sich zumindest bei uns bewährt.
  • Packt Kleidung für jede Wetterlage ein, denn ihr werdet es brauchen!
  • Cusco ist ein super Ort um Tagesausflüge zu unternehmen. Wir empfehlen euch genügend Zeit einzuplanen.
  • Cusco liegt relativ hoch. Falls ihr gerade erst angekommen seid kann es sein, dass ihr in der Umgebung höhenkrank werdet – Cusco ist ein guter Ort um sich zu akklimatisieren.
  • Wie immer in Lateinamerika ist das Internet nirgends stabil – passt eure workflows entsprechend an.
  • Der „alternative“ Rainbowmountain mit weniger Touristen heißt Palccoyo-Mountain und ist unserer Meinung nach die empfehlenswerte Variante.
  • Es gibt unzählige, ausgezeichnete und preiswerte Restaurants. Auf Tripadvisor ist in dieser Stadt verlass.
  • Pisco Sour ist quasi das Nationalgetränk der Peruaner. Super süß und mit rohem Eiweiß ist es vielleicht nicht jedermanns Sache, aber einmal probieren solltet ihr es doch 😉

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