MACHU PICCHU

10.10.2019

Nun steht es endlich am Programm: das vielleicht touristischste Ziel unserer Reise und der Fixpunkt eines jeden Peru Aufenthalts – Machu Picchu.

Wir haben schon vor Monaten eines der limitierten Tickets für den frühesten Timeslot, um 6 Uhr früh, gekauft, da wir unbedingt als erster am Berg sein wollen, noch bevor die Massen an Touristen auf unseren Fotos zu sehen sind. Bei der Wahl des Tickets hat man zusätzlich noch die Option einen der zwei Berge zu besteigen, an die Machu Picchu angrenzt: Entweder den kleinen, bekannten Huayna Picchu, oder den großen Montana Picchu. Wir entscheiden uns für letzteren – wenn schon denn schon!

Macchu Pichu kennen wohl die meisten von den Fotos: Die relativ gut erhaltene Inkaruine auf einem Berg in mitten des peruanischen Dschungel. Die Informationen über die tatsächliche, ursprüngliche Funktion dieses Ortes sind nicht eindeutig. Einige Quellen beschreiben sie als eine Art Sommersitz des Inkaherrschers, andere schreiben ihr bedeutende rituelle und religiöse Relevanz zu. So oder so haben dort sehr viele Menschen gearbeitet, gelebt und ihren Göttern gehuldigt.

Von Cusco aus machen wir uns auf den Weg nach Macchu Picchu. Um dorthin zu kommen hat man die Wahl zwischen einer achtstündigen Busfahrt, oder nur ca 3 Stunden inklussive Zug. Da der Zug für uns viel zu teuer ist, wird uns die Wahl abgenommen.

Die Busfahrt entpuppt sich als die anstrengendste Fahrt unseres Lebens: Der Kleinbus hat bereits 700.000 KM auf dem Tacho und ist mit Sitzen ausgestattet die nicht für Durchschnittseuropäer proportioniert sind. In diesem rasen wir 7 der 8 Stunden über Serpentinenstraßen – Berg hinauf, Berg hinab, Berg hinauf,.. einfach nur brutal.

Den letzten Teil der Strecke wandern wir 3 Stunden entlang eines Bahngleises, denn auch hier war der Zug zu teuer, doch die Aussicht ist malerisch. Wir spazieren, von Dschungel überwucherten Bergen umgeben, entlang des Gleises und pflücken hier eine Bannane von der Palme und dort eine Avocado vom Baum.

Nicht jeder ist auf die Strapazen so gut vorbereitet wie wir..

Es ist bereits dunkel als wir in Aguas Calientes eintrudeln. Die Planung unseres Tourenanbieters ist leider miserabel und weder holt uns unser Guide wie vereinbahrt ab, noch hat das reservierte Hotel unser Zimmer frei. Die Laune ist nach über 12 Stunden Reise tief im Keller, als wir bei einem sehr einfachen Abendessen sitzen und unser Guide nun doch noch auftaucht und mit uns den nächsten Tag bespricht.

Mit aufgerissenen Augen belauscht er unsere ambitionierten Pläne: In der Früh zu Fuß auf den Machu Picchu, dann 2,5 Stunden weiter hoch auf den großen Berg, dann zu Fuß alles nach unten und zuletzt noch 3 Stunden Fußweg bis zum Busplatz.

Hmmm, vielleicht überschätzen wir unsere körperliche Ausdauer doch etwas? Planänderung!

Um 4 Uhr morgens stehen wir auf – wir fahren doch mit dem Bus auf den Berg und um in einem der ersten Busse zu sein muss man schon um halb 5 anstehen. Durch unsere Konsequenz gehören wir zu den ersten am Berg und uns offenbahrt sich ein spektakulärer Anblick.

Die Aussicht ist gewaltig und auch wenn es wirklich sehr touristisch ist, sind wir froh hier zu sein. Dieser Ort ist tatsächlich mit nichts zu vergleichen und wir können es kaum begreifen wie die Inka es geschaft haben diese Stadt mitten am Berg zu errichten.

Auch am Montana Picchu gehören wir zu den Ersten, die nach dem anspruchsvollen Aufstieg oben ankommen und den Blick über die umliegenden Berge und die entfernten Sechstausender genießen – das hat sich richtig gelohnt!

Beim Abstieg begegnen uns viele Wanderer, die die Strapazen unterschätzt haben und mittendrin wieder umdrehen.

Trotz der Busfahhrt brennen uns die Waden und da auch die Zeit knapp wird gönnen wir uns, statt der dreistündigen Wanderung,die tolle Panoramazugfahrt, bevor wir wieder 7 Stunden Serpentinen Richtung Cusco vor uns haben.

UNSERE TIPPS FÜR EURE REISE:

  • Auch wenn es touristisch ist, Machu Picchu wird dem Hype gerecht. Zurecht fährt dort ein jeder hin und das solltet ihr auch nicht verpassen.
  • Unsere Empfehlung: Seid um 6 Uhr am Berg und bucht das Eintrittsticket früh genug, um einen der früheren Timeslost zu ergattern – diese sind mittlerweile streng limitiert und schon früh ausgebucht.
  • Für die Tour braucht man von Cusco aus MINDESTENS zwei Tage.
  • Überlegt euch gut welche Strecken ihr zu Fuß bewältigen wollt. Vielleicht ist es besser 2 Nächte in Aguas Calientes zu verbringen damit es nicht hektisch oder teuer wird. (Hätten wir im Vorhinhein gewusst was auf uns zu kommt, wären wir über 2 Nächte in Aguas Calientes froh gewesen)
  • Recherchiert gut welchem Touranbieter ihr Vertrauen schenkt, es gibt große Unterschiede.
  • Wenn ihr das nötige Kleingeld habt lohnt es sich den Zug zu nehmen, da die Busfahrt sehr anstrengend und lang ist.
  • Montana Picchu ist hoch und steil. Huayna Picchu ist bedeutend einfacher zu besteigen. Jedenfalls solltet ihr einen der beiden Berge dazunehmen. Schließlich besucht man diesen magischen Ort womöglich kein zweites Mal.

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